Bal Taschchit

Bal Taschchit gehört zur Halacha und bezeichnet das Verbot des unnötigen Verschwendens. Bal Taschchit wurde zur wichtigsten Losung der grünen jüdischen Bewegung weltweit. Bal Taschchit leitet sich aus Deuteronomium ab:

„Wenn du eine Stadt längere Zeit hindurch belagerst, um sie anzugreifen und zu erobern, dann sollst du ihrem Baumbestand keinen Schaden zufügen, indem du die Axt daran legst. Du darfst von den Bäumen essen, sie aber nicht fällen mit dem Gedanken, die Bäume auf dem Feld seien der Mensch selbst, sodass sie von dir belagert werden müssten. Nur den Bäumen, von denen du weißt, dass sie keine Fruchtbäume sind, darfst du Schaden zufügen. Du darfst sie fällen und daraus Belagerungswerk bauen gegen die Stadt, die gegen dich kämpfen will, bis sie schließlich fällt.“
(Dewarim 20: 19)

Das Verbot des Baumfällens während einer Belagerung wurde jahrzehntelang diskutiert und weiterentwickelt. Hier kannst du nachlesen, wie Bal Taschchit zu dem wichtigsten Spruch der jüdischen Umweltbewegung wurde. Bal Taschchit wurde von Moses Maimonides (Rambam) absolut gesetzt, indem er die Meinung vertrat, dass selbst die kleinste Menge nicht verschwendet werden darf. Das Sefer Hachinuch, ein spanisches Werk aus den 13. Jahrhundert, das alle 613 Gebote und Verbote (so viele müssen die frommen Juden einhalten) in der Tora kommentiert, sagt: (Mizwa 530): "Es geht bei dieser Mizwa darum, uns zu lehren, das Gute und Nützliche zu lieben, und uns von allem Schlechten und Zerstörerischen fern zu halten. Das ist die Haltung der Frommen: Sie lieben den Frieden und erfreuen sich am Wohl der Geschöpfe und bringen sie der Tora nahe, sie verachten nicht einmal ein Senfkorn, es tut ihnen leid um jede Verschwendung und Zerstörung, und wo sie etwas bewahren können, tun sie es mit aller Kraft." (zit. nach Hagalil)