Za’ar Ba’alej Chajim

Die Tora ist sehr Tierfreundlich. Tiere haben generell viele Rechte, die sonst nur Menschen haben. Wir können zwar die Tiere „besitzen“, aber wir sollen sie anders – besser – als Sachen behandeln. Tiere können Schmerz fühlen. Deshalb macht die Tora keinen Unterschied zwischen dem Schmerz der Tiere und dem Schmerz der Menschen. Es gibt eine besondere Sensibilität Tieren gegenüber, an die regelmäßig erinnert wird. Denn bei Tieren in unserem Haushalt häng es von uns ab, wie sehr sie leiden oder glücklich sind. (1) Zwar sind die Tierrechte in Tora ziemlich zerstreut, doch fasst man diese zusammen, lässt sich eine große Sensibilität erkennen. Hier findest du eine Liste mit Tora-Zitaten, die die Tiere betreffen. Zu den wichtigsten Stellen gehören:

  • Es ist verboten die Eier oder ein kleines Küken der Vogelmutter weg zu nehmen. Man darf nicht die Mutter und die Kinder der Tiere am gleichen Tag schächten. “Ihr sollt weder ein Rind noch Schaf zugleich mit seinem Jungen am gleichen Tag schächten.“ (Wajikra Kapitel 22, Vers 28)
  • Man soll den Tieren keine übermäßige Arbeit antun: „Du sollst nicht zusehen, wie der Esel deines Bruders oder sein Ochse auf dem Wege fallen; du sollst dich ihnen nicht entziehen, sondern du sollst ihnen aufhelfen.“ (Dwarim Kapitel 22, Vers 4)
  • Man muss den Tieren, ebenso wie den Menschen helfen: “Siehst du den Esel deines Feindes unter seiner Last erliegen, könntest du es unterlassen, ihm zu helfen? Du sollst ihm samt jenem aufhelfen!” (Schemot Kapitel 23 Vers 5)
  • Pikuach Nefesch, wie die Einhaltung des Sabbat, betrifft auch die Tiere: “Sechs Tage sollst du deine Werke verrichten, aber am siebenten Tag sollst du feiern, damit dein Ochs und dein Esel ausruhen und deiner Magd Sohn und der Fremdling sich erholen.” (Schemot Kapitel 23 Vers 12)

Einem der größten jüdischen Denker aller Zeiten - Maimonides (1135-1204) war das Schicksal der Tiere sehr wichtig. Seiner Meinung nach trägt die Empfindlichkeit gegenüber den Tieren zu der ethischen Entwicklung der Menschen bei. Denn wenn wir so aufmerksam mit den kleinen Vögeln umgingen, würden wir die Menschen noch rücksichtsvoller behandeln. Es bedeutet folgendes: Unsere Sensibilität muss alle lebenden Wesen betreffen, es ist sehr unethisch wenn wir nur an die menschliche Leiden denken und mit den Tieren nicht mitfühlen.

(1) Jeremy Bernstein The Way Into Judaism and Envirnoment, Woodstock 2006, S. 103