Schabbat

Jeden Freitag nach Sonnenuntergang fängt der Schabbat an, manche verwenden dafür die jiddische Bezeichnung „Schabbes“. Der Schabbat ist ein Tag der Ruhe, ein Tag, an dem das Arbeiten verboten ist.

Arbeit (Melacha) wird im jüdischen Recht, das Tausende von Jahren alt ist, ein wenig anders verstanden als heute: Gemeint sind 39 Tätigkeiten, z.B. Feldarbeiten, die Herstellung von Leder und Stoffvorhängen, Zeltaufbauten. A Daraus werden die verbotenen Arbeiten abgeleitet. Oft werden skurrile Beispiele genannt, die den Tag anders und speziell machen. Man darf nicht Blumengießen (für manche ist es eine Freizeitbeschäftigung) oder man darf nichts zerreißen, weshalb auch Haareschneiden nicht erlaubt ist. Manche gehen noch weiter und kämmen ihre Haare nicht, um sie nicht auszureißen. Schuhe darf man binden, aber schon die Knoten beim Segel dürfen am diesen Tag nicht gebunden werden. Vor dem Schabbat kann man alle Geräte entweder an- oder ausmachen, denn an einem fröhlichen Tag sollte niemand im Dunkeln sitzen. Ein warmes Essen soll es geben, aber auf Autofahren und Reisen soll verzichtet werden. Traditionelle Juden gehen in die Synagoge und verbringen den ganzen Tag mit der Familie und mit Freunden.

Was macht den Schabbat aber so interessant für uns? Offensichtlich sind es vor allem die Vorschriften, die das Reisen und Elektrizität betreffen. Es ist offensichtlich, dass die Luftverschmutzung in Israel am Yom Kippur, wenn die gleichen Vorschriften wie am Schabbat gelten, spürbar zurückgeht.1 Stell‘ Dir vor, niemand würde an dem einen Tag der Woche reisen, einkaufen, Elektrizität benutzen. Die Erde könnte sich dann richtig von uns Menschen erholen. Manche Aktivisten schlagen deshalb allen einen grünen Schabbat vor.

Spirituell gesehen ist der Schabbat der Tag, an dem sich der Zustand nicht ändert, was sehr nach New Age klingt, stellt aber die traditionelle jüdische Sichtweise dar. Wenn einen Tag lang nichts produziert wird, lässt man einen Tag lang die Erde so sein, wie sie ohne unsere Aktivität wäre. Sogar Gott musste am siebten Tag Urlaub von seiner schöpferischen Aktivität nehmen. Man soll an diesem Tag auf die typische menschliche Aktivität verzichten. Man soll das Auto zu Hause lassen, um die echten Entfernungen zu spüren. Kein Licht einzuschalten bedeutet, mit dem echten Tages-Nacht- Rhythmus der Natur zu leben und damit ein wenig zur Natur zurückzukehren. Heute leben und arbeiten wir, ohne Rücksicht auf die Jahreszeiten und den Sonnenuntergang zu nehmen.

Wenn man dem Schabbat zusätzlich eine umweltfreundliche Bedeutung verleiht, könnte dieser Tag sehr an Attraktivität gewinnen. Mit einem grünen Schabbat senden wir eine Botschaft - nicht nur an die jüdische Welt, sondern an die ganze Menschheit.

Quellen: Jeremy Bernstein The Way Into Judaism and Envirnoment, 2006