Bescheidenheit

Bescheidenheit und Demut gelten im Judentum als sehr wichtige Tugenden. Sie werden manchmal unter dem hebräischen Wort Tzniut zusammengefasst. Hier wollen wir uns diesen Begriff etwas näher anschauen.

Das Gebot bescheiden zu leben, ist ein wichtiger moralischer Wegweiser. Für diejenigen, die mehr über ein umweltbewusstes Judentum erfahren wollen, legen wir Bescheidenheit universeller aus. Bescheiden leben heißt, den Platz der Menschheit nicht selbstgerecht zu beanspruchen, sondern zuzugeben, dass alle Lebewesen eine Daseinsberechtigung haben, da die gesamte Schöpfung „sehr gut“ ist. Man soll Rücksicht auf die Anderen, im weitesten Sinne des Wortes, nehmen. Es ist die Erde, die uns ernährt. Sie ist zugleich unser einziger Platz, wir müssen ihn mit anderen Lebewesen teilen und können ihn nicht nur aufbrauchen.

Wenn biblische Gestalten gerühmt werden, wird oft ihre Zurückhaltung gewürdigt. Moses war sehr bescheiden, weswegen er wahrscheinlich für seine Rolle ausgewählt wurde: „ Mose war ein sehr sanftmütiger Mann, sanftmütiger als alle Menschen auf Erden“ (Bemidbar 12:3). In Buch der Propheten Micha (6:8) steht: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: was anders als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott?“