Tezawe

Teruma

Tezawe (Schemot 27:20 - 30:10)

Worüber spricht die Parascha:

Diese Parascha beschäftigt sich mit dem Thema, wie Mischkan, das Heiligtum, aussehen soll. In diesem Teil wird besprochen, wie die täglichen Rituale im Mischkan aussehen sollen. Zentral in der Parascha Tezawe sind die Gewänder der Priester. 

Aaron und seine Söhne, die ersten Priester (Kohanim), trugen ein Kleid, das Efod hieß. Es bestand aus einer langen weißen Leinentunika, weißen Leinenhosen, einem weißen Leinenturban und einer Schärpe um die Taille. Ein weiteres Element war ein purpurblaues Oberkleid und ein kürzeres Oberkleid aus roter und goldener Wolle. Charakteristisch für dieses Festkleid war eine Brustplatte mit zwölf Edelsteinen, die die Stämme Israels repräsentierte und eine Platte für das Kopfband, die mit einer Eingravierung: „Heilig für G-tt“ versehen war. Der Saum des blauen Oberkleides war entweder mit Glöckchen oder mit Granatäpfeln geschmückt.

Es wurde ferner beschrieben, wie die Priester, Aaron und seine vier Söhne Nadaw, Awihu, Elasar und Itamar, eingeweiht werden. In der Parascha Tezawe wird zusätzlich beschrieben, welche Opfer am Morgen und welche am Abend dargebracht werden sollten. Ein weiterer Hinweis in der Parascha Tezawe war jener über den Vorrat des reinen Olivenöls für die Menora, der immer ausreichend aufgestockt werden musste. Die Menora, das ewige Licht, sollte täglich von Aaron angezündet werden.

Öko Motiv: Nit als vos glanst iz gold.

Gold ist ca. 13-mal in dieser Parascha erwähnt. Fast alle besitzen wir ein kleines bisschen dieses prachtvollen Metalls, entweder als Schmuck oder als Erinnerungsstück. Einiges davon haben wir unbewusst als Eigentum, denn Gold wird inzwischen in Elektronik und Medizin verwendet. Das heißt Dein Handy und Dein Computer beinhalten viele wichtige Metalle, unter anderem Gold und Kupfer.

Gold sowie andere seltene Metalle werden immer teurer. Wegen der Finanzkrise steigt der Preis des Goldes, weil es eine der sichersten Anlagen wurde. Heute ist die Nachfrage für Gold sehr hoch und 2013 erreichte es ein Rekordniveau.

Gold fasziniert, weil wir davon sehr wenig haben. Angeblich wurden in der ganzen Geschichte der Menschheit insgesamt nur 161 000 Tonnen Gold gefördert. Diese Menge könnte lediglich zwei Olympiaschwimmbecken füllen (National Geographic).

Aufgrund des Goldrausches wurden Kriege geführt, denen Opfer viele Menschen und sogar ganze Völker zum Opfer fielen. Leider ist das lange noch nicht Geschichte, denn Gold verursacht auch heute viel Leiden. Weltweit arbeiten heute zwischen zehn und fünfzehn Millionen Menschen in Goldminen. Dabei arbeitet ein Viertel dieser Menschen mit Fördermethoden, die über Jahrhunderte gleich geblieben sind.  In Goldgruben arbeiten immer noch Kinder. Was als besonders gefährlich, sowohl für die Menschen als auch für die Umwelt gilt, ist, neben der schweren Arbeit, das Quecksilber. Denn um das Gold von den Steinen zu trennen, verwendet man auch heute Quecksilber. Die Fördermethoden sind aber selbst in „modernen“ Goldminen noch toxisch und verursachen eine fatale Umweltzerstörung. Hier kannst Du am Beispiel eines kurzen Films sehen, wie die Goldproduktion in Burkina Faso, in Philipinen, oder Kolumbien aussieht.

Bergbau ist nicht gut für die Umwelt, dabei denken wir dabei über Kohle. In Wirklichkeit handelt sich dabei um alle Metalle, selbst jene die wir nie zu sehen bekommen, wie z.B. Koltan. Die Produktion eines kleinen goldenen Ringes kann bis zu 20 Tonnen Schutt generieren. Das Wasser, das eine Goldmine verlässt, ist oft für immer mit Quicksilber und vielen anderen toxischen Substanzen verscheucht (Quelle: No Dirty Gold Campaing).

Zu viel Goldschmuck, wirkt heute ein bisschen altmodisch, und über Hände voller Goldringe sowie dicke Ketten mit Diamanten um den Hals, lesen wir eher in historischen Romanen oder in Gewandbeschreibungen der Priester. Wir verloben uns aber immer noch am liebsten mit Goldringen und unter der Chuppa werden meistens goldene Ringe getauscht, nachdem die Wörter Harei at mekudeschet li, batabat tzo, kedat Moshe we Israel  („Siehe, du hast mich mit geweiht dieser Ring, nach den Gesetzen von Moses und Israel.“) gesprochen wurden. Deswegen lohnt sich dabei ein wenig Interesse zu zeigen. Die schönsten Tage des Lebens sollen mit ethisch hergestellten

Aktion Gold:

  • Recycle die Elektrogeräte immer. In diesen Beitrag der Deutschen Welle wird Dir erklärt, warum und wie Du es machen kannst.
  • Informiere Dich! Es gibt einige Kampagnen wie z.B. No Dirty Gold, die interessante Informationen in Form von Infografiken dazu liefern:
  • Du kannst bereits faires, zertifiziertes Gold kaufen. Sogar die Goldbarren können ein Zertifikat bekommen. J Versuche in Deine Suchmaschine Wörter wie „faires Gold“ oder „ethischer Schmuck“ einzugeben.
  • Wenn der wichtigste Tag Deines Lebens bevorsteht oder Du ein glänzendes Geschenk planst,  achte darauf, dass es auch „fair“ ist. Du kannst entweder gebrauchten Schmuck schenken oder nach „fairem Goldschmuck“ suchen. Die Verlobung oder Trauung sind doch die Tage, die zu den glücklichsten Momenten in Deinen Leben zählen und kein Leid über andere bringen sollen.
  • Erinnerst Du dich an die Haggada über König Salomon, die Steine für den Tempelbau ohne Eisen gefördert hatte? Das Eisen ruft nämlich eine starke Erinnerung an Krieg hervor. Dabei hat ihm aber der legendäre Wurm (ja!) Schamir geholfen, der schon früher angeblich die Tafel mit den zehn Geboten fehlerfrei graviert hat. Schamir war bestimmt auch sehr umweltfreundlich. Du kannst es auch. Schenke Deinen Nächsten etwas, was frei von Erinnerung an Umweltzerstörung sowie knochenharte und schlecht bezahlte Arbeit ist. Feiere Deine Simcha fair! Auf einer jüdischen Seite aus Großbritannien, Big Green Jewish, findest Du heraus wie es die Briten machen.

Quellen:

Dieser Artikel wurde von Rabbiner Shimshon Siegels Kommentar zur Parascha Wajechi: „All That Is Goled Does Not Glitter” inspiriert. Mit freundlicher Genehmigung und Kenntnis von Canfei Nasharim.

Fotos

“Pot of Gold” by Jeremy Schultz is licensed under CC BY 2.0