Wajakhel - Pekude

ki Tissa

Doppel-Parascha
Wajakhel: Schemot-Pekude 35:1 - 40:38

Worüber die Paraschot sprichen:

In der Parascha Wajakhel versammeln sich die Hebräer, um Moses zu hören. Er wiederholt das Schabbat-Gebot. Er teilt ihnen mit, wie der Mischkan gebaut sein solle. Alle bringen das notwendige Gold, Silber, Kupfer und Wolle in blau, lila und rot. Es werden auch Ziegenhaar, Leinen, Holz, Olivenöl und Tierhäute sowie Gewürze und Edelsteine benötigt. Die Gaben fließen so zahlreich von allen, dass Moses sie bremsen muss. Die Frauen geben ihren Schmuck, jeder bringt Holz, um den Mischkan zu konstruieren. Bezalel und Oholiaw sind die begabten Künstler, die das Heiligtum bauen.

Der Mischkan wird von Handwerkern geschaffen, genauso wie es in Teruma, Tezawe und Ki Tissa gefordert wurde. Es sollen 48 vergoldete Bretter für die Wände, hundert Grundsockel, ein Vorhang, der die zwei Räume des Mischkans trennt sowie eine Trennwand für den Eingang vorbereitet werden. Die Künstler sollen Eine spezielle Abdeckung mit den Cherubim anfertigen. Dort soll es einen Tisch geben, auf dem eine Menora mit sieben Armen und einem speziellen Öl steht. Man soll einen goldenen Altar bauen, auf dem der Weihrauch verbrannt wird, sowie einen Altar im Freien für das Opferfeuer.

Die Parascha Pekude schließt das Buch Schemot ab. Itamar (Aarons Sohn) berechnet die für den Mischkan notwendigen Materialen. Im Text wird berichtet und aufgezählt, wie viel Gold, Silber, Cuprum Bezalel und Oholiaw schließlich für den Mischkan brauchen würden.

Oholiaw und Bezalel fertigen die Kleider der Priester, ihre Efods und Brustschilder. Sie machen die Kleider aus Leinen. Auf der Kopfbedeckung gab die Inschrift „Heilig für G-tt“.

Zwei Jahre nach dem Auszug aus Ägypten segnete Moses alle Materialien für das Heiligtum sowie für den Tempeldienst und der Mischkan wurde aufgebaut.

Als die Arbeit beendet war, kam eine Wolke und bedeckte das Zelt. Seit diesem Tag war G-tt dort anwesend. Immer, wenn die Wolke sich gehoben hat, war das ein Zeichen weiter zu wandern. Anderenfalls sollte man ein Lager bauen.

Öko Motiv in Wajakhel - Schabbat

Die Parascha Wajakhel fängt mit dem Schabbat-Gebot an: “Sechs Tage aber darf nur Handwerksarbeit gemacht werden. Am siebten Tage sollt ihr ein Heiligtum haben, einen Feiertag der ersten Klasse, dem Ewigen zu Ehren.“ (Schemot 35:2).

Das Judentum ist eine der wenigen Religionen, die den von der Arbeit freien Tag so ernst nimmt. In der Tora wird sogar wiederholt: Wer am siebten Tag arbeite und den Schabbat breche, solle getötet werden (Ibidem.). Eine ziemlich radikale Einstellung zum Wochenende. Darüber würden sich vielleicht heute einige Kinder, Eheleute, die vernachlässigten Eltern und Freunde freuen, denn es passiert immer öfter, dass unser Wochenende durch die Arbeit rücksichtslos „aufgefressen“ wird: Unsere Arbeit wird „flexibel“, und die Nebenwirkung heißt „keine Ruhe“.

Das Konzept des Schabbats aus der Parascha Wajakhel wirft jedoch viele Fragen in den Raum. Wie geht man heute mit diesem Tag um? Wie praktiziere ich ihn? Was soll man machen, damit dieser Tag eine Bedeutung gewinnt. Was ist für uns ein Tag der Erholung? Was ist Ruhe?

Kannst Du wirklich noch einen Tag der Ruhe „genießen“?

Der Schabbat soll eine Feier und gleichzeitig eine Zeit der Erholung werden. Feier bedeutet, dass dieser Tag nicht nur einfach uns dient, es ist eine Feier für G-tt. Wir müssen auch an diesem Tag die anderen, ob Menschen, Tiere oder vielleicht sogar Maschinen „entlasten“, die uns andererseits die ganze Zeit dienen. Wir sollen sehr vorsichtig vermeiden, was sich eher nicht nach Erholung anhört. Es ist sogar verboten, ein Insekt zu töten. Die Schwierigkeit liegt darin, dass unsere Vorstellung der Ruhe anders ist, als jene aus der Bibel. Wir sind auf uns konzentriert, das erfordert auch unsere Gesellschaft: wir müssen fit sein, gut aussehen, modisch sein, all das gehört zu unserem Lebensstil. Oft werden dadurch Shopping, Fernsehen oder Internet-Surfen als Entspannung verstanden.

Die Tora hingegen beschreibt den Schabbat als g-ttliches „Nichts-Machen“. Die Halacha gibt uns hier eine Definition der Melacha, einer schweren Arbeit, die am Schabbat nicht vollzogen werden soll. Man darf viele konkret definierte Tätigkeiten nicht ausüben. Wenn wir hier eine Erklärung und Zusammenfassung geben müssten, haben einige Rabbiner gesagt, man dürfe keine Sachen machen, die unsere Umgebung verändern. Die ganze Woche lang bringen wir die Sachen unter Kontrolle. An diesem Tag sollen wir davon ablassen.

Rabbiner Lamm, im Geist der Reflexion von Rabbiner Hirsch, verbindet dies damit, dass laut der Tora die Erde nicht dem Menschen gehört. Unsere Konzentration auf die wichtigen Sachen wie den Job, das Geldverdienen, den Status soll für einen Tag aufhören. Damit werden die dominierende Beziehung zur Arbeit und viele Arbeitsprioritäten in Frage gestellt.

Wir haben mehr Zeit für uns Selbst, für die Familie und für die Gemeinschaft. Wir müssen jedoch sehr viel loslassen, vor allem die Kontrolle, die wir täglich ausüben: Es gibt eine Tradition, die sagt, dass unsere Beziehung zur Welt mit unserem Verhalten am Schabbat zusammenhängt. Unsere Schabbat-Existenz ist damit verbunden, wie wir uns vor den Schöpfer stellen. Eine wichtige Mizwa besteht in der Zusicherung der freien Zeit und der Erholung für die Tiere. (Schemot 23:12). Das war für Rabbiner Hirsch ein Zeichen, dass wir immer das Wohl der anderen Wesen berücksichtigen sollen. (Hirsch Kommentar zur Tora, Schemot 23:12). Wir reisen nicht, schreiben nicht, etc. 39 Haupt-Arbeiten und viele von ihren Derivaten sind verboten.

Manchmal haben sie Sinn, viele kommen uns aber sehr komisch vor. Es geht demnach weder um den Mangel an physischer und intellektueller Anstrengung noch um eine „Entlastung.“ Unter bestimmten Bedingungen sind diese Tätigkeiten trotzdem möglich Mit anderen Worten es geht hier nicht um unsere egoistisch verstandenen Bedürfnisse: Die wichtigste Schabbat-Regel ist die der Nicht-Transformation. Am Schabbat hören wir auf, die Sachen zu verwandeln.

Trotzdem beschreiben wir ihn als „Geschenk“ und als die größte Gabe der jüdischen Religion an die Menschen: „Denn der Schabbat ist der Juden Perle; denn der Schabbat ist des Juden Freund.“ (Rabbiner Hirsch, „Der jüdische Schabbat“ Ges. Werke Band 1, Seite 169)

Studium, Familie, Geldverdienen, sich um die Zukunft sorgen, das alles gehört zum Alltag. Sich um alles zu kümmern, ist Alltag. Und danach haben wir einen Tag zum Loslassen. Rabbiner Hirsch schrieb, dass die ganze Welt überleben würde, wenn wir mal zu arbeiten aufhören würden. Wenn wir alle Geschäfte schließen würden, jedem einfach einen freien Tag geben würden, würde die Welt gut überleben und sicherlich nicht untergehen „‘Schabbat in unserer Zeit? Allen Geschäften, allen Arbeiten in unserer blitzschnellen, donner-eilenden Zeit einen ganzen Tag Stillstand, Stillstand der Börse, den Werkstätten, den Fabriken, den Dampfrossen – du gütiger Himmel! Wie wäre es möglich, der Puls des Lebens würde stocken und zu Grunde ginge die Welt!‘  Zu Grunde ginge die Welt?“ hierzu schreibt Hirsch „Gerettet wäre die Welt!“  (Rabbiner Hirsch „Der Jüdische Schabbat“ S. 195).

Noch lange vor der Jahrhundertwende, nach der industriellen Revolution, war die Welt zu schnell und hektisch. 150 Jahre später ist es nicht anders, außer, dass es noch hektischer geworden ist. Im Vergleich dazu sind die Zeiten von Rabbiner Hirsch (1808 – 1888) eine ruhige Idylle. Schon damals war es sichtbar, dass wir einfach eine viel zu dominante Kraft geworden sind. Wir sind diejenigen, die immer produzieren, kaufen, verkaufen. Der Mensch und seine Ökonomie sind ein universeller und damit der „wichtigste Maßstab“ geworden.

Wir sind langsam nicht mehr fähig außerhalb der Ökonomie zu denken. Sachen, die keinen materiellen Wert haben, sind einfach nichts wert. Daher ist so ein Tag wie der Schabbat bedroht, eine Schabbat-Praxis hingegen ist wie ein Akt der Rebellion gegen den Arbeits-und Einkaufswahn - eine radikale Aussage des Glaubens daran, wer die Erde wirklich besitzt. Der Schabbat und die Schmitta hängen sehr eng zusammen: sie beide sind ein Zeichen dessen, dass wir nicht die Besitzer der Erde sind. Selbst wenn wir alles kaufen und immer erfolgreich arbeiten, immer effektiv sind. Der Schabbat stellt alles auf den Kopf. Ein Tag, an dem wir die Natur nicht verändern. Und daran arbeiten, keinen Einfluss auszuüben.

Schabbes verstehen - Aktion

Jeder von uns hat schon einmal die Schwierigkeiten dieses schönen Tages erlebt. Die Aufgabe, egal ob spirituell oder rein praktisch betrachtet, ist ziemlich schwierig. Was sind Deine magischen Kräfte, die helfen, den Schabbes einzuhalten und zu feiern. Welche Tricks benutzt Du, um Dir den Schabbes schön zu machen?

Inspiration-Fragen:

  • Beschreibe einen umweltfreundlichen Schabbat.
  • Was sind Deine Schabbat-Lieblingsbeschäftigungen?
  • Was machst Du am liebsten in der freien Zeit?

Was Du machen kannst ist folgendes:

  • Schließe Dich Schabbat Manifesto http://www.sabbathmanifesto.org/ oder The Shabbos Project http://de.theshabbosproject.org/ an.
  • Was sind Deine Lieblingsbeschäftigungen, die Du am Schabbat machen kannst?
  • Denke an die einfachsten Dinge, die Du tun kannst, um die Welt zu verbessern.
  • Spare Strom!

Melacha Info:

Es gibt 39 Melachot, Arbeiten, die am Schabbat verboten sind. Sie waren mit dem Aufbau der Zelte und mit der Arbeit an dem Mischkan verbunden:

Feldarbeiten
Das Säen, Pflügen, Ernten, Garben binden, Dreschen, Aussortieren, Auswählen, Mahlen, Sieben, Kneten, Backen

Das Herstellen von Stoffvorhängen des Zeltes, die Arbeit der Weber:
Das Scheren, Reinigen, Kämmen, Färben, Spinnen von Wolle, das Fäden dehnen/spannen, Schleifen machen, Fäden weben, Fäden trennen, Knoten knüpfen, Knoten lösen, Nähen, Reißen

Das Herstellen von Ledervorhängen des Mischkans:
Das Fangen, Schlachten, Häuten, Pökeln von Tieren, das Gerben, Schaben, Schneiden des Leders

Das Herstellen der Stützen für den Mischkan:
Schreiben, Löschen der Farbe oder der Schrift

Der Aufbau- und Abbau des Mischkans:
Bauen, Einreißen der Gebäude

Die Abschlussarbeiten am Mischkan:
Feuer löschen, Feuer entzünden, der letzte Hammerschlag, Tragen

Quellen:

Dieser Artikel wurde von Rabbiner Yonathan Nerils Kommentar zur Parascha Wajakhel: „An Ecological Message in Shabbat“ inspiriert. Mit freundlicher Genehmigung und Kenntnis von Canfei Nesharim.

Parascha Pekude - Öko Motiv

Pekude, eine kurze Parascha, wiederholt noch einmal, was bereits in der Paraschot Teruma, Tezawe und Wajakhel gesagt wurde: In der Teruma und Tezawe empfängt Moses eine Offenbarung mit der Instruktion, wie der Mischkan gebaut werden soll. In der Parascha Wajakhel wird der eigentliche Mischkan gebaut. In der letzten Parscha, Pekude, werden alle Materialien, die für den Mischkan benötigt worden sind, noch einmal aufgezählt.

Die Tora ist ausnahmslos sparsam mit den Worten: Nur die wesentlichsten Ereignisse werden beschrieben. In der jüdischen Tradition gilt sie nicht nur als heilig, sondern als ein perfektes Buch und sogar als ein lebender Organismus. Gleichzeitig bestehen vier Paraschot, die das Buch Exodus - Schemot beenden, aus einer langwierigen Wiederholung.

Dies muss natürlich etwas bedeuten. Denn selbst die interessantesten Geschichten der Patriarchen, der Vorväter, wirken relativ knapp und kurz. Warum werden die Zelte Abrahams nicht so detailliert wie der Mischkan beschrieben? Oder warum wird das Leben von Adam und Eva nicht besser beschrieben, anstatt des Projektes der Bundeslade. Raschi nennt die Pekude „die Parascha der Einzelheiten“ (LINK, VERWEISEN). Wenn die Tora etwas erwähnt, bedeutet dies automatisch, dass es relevant ist - egal ob es sich um die Teilung des Roten Meeres oder um die Schafe von Abraham handelt. Schon die kleinsten Namen und Änderungen in der Struktur des Textes können für die Interpretation extrem wichtig werden.

Im ersten Teil der Offenbarung sprach G-tt mit Moses auf dem Berg Sinai, danach wurden die Gespräche im Mischkan geführt. In der Midrasch über den Mischkan wird behauptet, dass das Zelt der Begegnung eine Parallele zum Universum war. Es hat die ganze Schöpfung widergespiegelt, allerdings jene die bereits erlöst wurde. Rabiner Shore schrieb im Geiste dieser Midrasch, dass der Mischkan jene Welt symbolisiert, die kommt, wenn alle Lebewesen G-tt verstehen werden. Jesaja schrieb dazu „Niemand wird Böses tun und Unheil stiften auf dem Zion, Gottes heiligem Berg. So wie das Meer voll Wasser ist, wird das Land erfüllt sein von Erkenntnis des Ewigen.“ (Jesaja 11:9).

Deswegen ist es wichtig, genau über den Mischkan informiert zu sein. Selbst wenn die Beschreibung kompliziert, langweilig oder hart zu verstehen ist. Es ist eine Meditation über die erlöste Realität, die sich einer bestimmten Symbolik bedient. Diese ist für uns - zumal wegen der alten Herkunft - nicht sehr einfach zu verstehen.

Der Mischkan ist das Haus G-ttes, es wird durch die Menschen gebaut, die auf der Ebene des Heiligen arbeiten sollen. Die Arbeit war gefährlich, da jeder Fehler mit dem Tod enden konnte. Diese Menschen hatten noch vor zwei Jahren nichts - sie waren Sklaven und jetzt befindet sich Gottes Haus unter ihnen. In diesem Kontrast wird das Wunder der Verwandlung der Hebräer sichtbar.

Der Ewige sprach zu Moses wie folgt: „Am ersten Tage des ersten Monats sollst du die Wohnung des Stiftzeltes aufrichten, die Lade des Zeugnisses hineinsetzen, vor der Lade eine Scheidewand mit dem Vorhang machen. Dann sollst du den Tisch hineinstellen und den Aufsatz darauf zurechtlegen, den Leuchter hineinbringen und die Lichter anzünden. Du setzt den goldenen Altar zum Räuchern vor die Lade des Zeugnisses und machst den Vorhang des Eingangs vor die Wohnung. Den Altar zum Ganzopfer setzt du vor den Eingang der Wohnung des Stiftzeltes, das Becken zwischen das Stiftzelt und den Altar und tust Wasser hinein (…) Moses tat dies. In allen Stücken machte er es, wie ihm der Ewige befohlen hatte (…) Er richtete den Vorhof auf um die Wohnung und den Altar und tat die Decke vor das Tor des Vorhofes. Als nun Moses das Werk vollendet hatte, da bedeckte die Wolke das Stiftzelt und die Herrlichkeit des Ewigen erfüllte die Wohnung. Moses konnte nicht hineingehen in das Stiftzelt, denn die Wolke ruhte darauf. Und die Herrlichkeit des Ewigen erfüllte die Wohnung. Sobald sich die Wolke erhob von der Wohnung, brachen die Kinder Jisraels auf auf allen ihren Zügen. Solange aber die Wolke sich nicht erhob, brachen sie auch nicht auf, bis sie sich wieder erhob. Denn des Tages war eine Wolke des Ewigen auf der Wohnung, und des Nachts leuchtete ein Feuer darin vor den Augen des ganzen Hauses Jisraels auf allen ihren Zügen.“ (Schemot 40:1-7, 16, 33-38)

Diese Parascha sagt, dass erst, wenn wir alle Einzelheiten ernst nehmen und diszipliniert umsetzen, die Heiligkeit zu uns kommen kann. Das gleiche betont Rabbiner Shore in seinem Dwar Tora zur Parascha Pekude. Auch das System der Mitzwot und der Mündlichen Tora ist ein kompliziertes System, trotzdem ist sie eine harmonische Lehre, die uns nah an G-tt bringt. Unsere Schlussfolgerung und was wir aus der Parascha mitnehmen ist die Achtsamkeit für Details.

Solche kleinen Gesten, wie Licht ausschalten, weniger Fleisch kaufen und essen oder ausschließlich den zertifizierten Fisch essen, sowie keine Plastiktaschen nutzen, zählen sehr. Sie sind vielleicht ein Tropfen in Meer, da so viele Menschen gerade das Gegenteil machen, aber sie haben eine wichtige Auswirkung – sie sind ein Beispiel für die Anderen, dass so was geht, selbst, wenn man keine großen Mittel hat. Sie verursachen, dass Du selbst achtsamer mit den Ressourcen umgehst und das ist der wichtigste Nebeneffekt des umweltbewussten Lebensstils.

Jährlich landen zum Beispiel Tonnen von Mikroplastik im Meer. Mikro-Plastik enthalten vor allem die Pflegeprodukte und Zahnpasta, die spülen wir einfach in unsere Abflussrohre und sie lassen sich nicht recyclen. Dann werden sie durch Fische gegessen und danach essen wir unser Zahnpasta-Mikroplastik, was weder für die Fische, noch für uns gesund ist. Ähnlich geht es mit allen Formen von Plastikmüll, der mit den Flüssen ins Meer gelangt. Es gibt sehr viele Elemente des umweltbewussten Lebensstils, die zu beachten sind. Aber dadurch, dass unsere Religion auf die Einzelheiten viel wert legt, sollte es uns auch nicht sehr schwer fallen, nicht nur koscher, sondern auch gesund und umweltgerecht zu leben.

Aktion

Mache deine Liste von 18 kleinen Sachen, die du machen kannst, um die Welt zu retten.

Worauf achtest Du meistens? Bist Du ein Hobby-Sportler, ein Event-Manager oder ein Student? Jeder Bereich hat seine Schwerpunkte und in jedem Bereich lässt sich etwas Gutes machen. Als Student kannst Dich pro bono engagieren; als Event-Manager kannst Du Deine Events mit Rücksicht auf die Umwelt organisieren. Als Sportler kannst Du auf die Herkunft der Sportkleidung, Deine Ernährung achten sowie auf die Tatsache, welchen Einfluss Deine Disziplin auf die Umwelt hat. Wenn Du viel Auto fährst, kannst Du überlegen, ob Du es wirklich immer brauchst, oder ob Du besseren Brennstoff (zb. Erdgas, Strom statt Diesel) benutzen kannst. Als Student kannst Du vor allem darauf achten, dass Du mehr draußen bist, nicht nur lernst, dass Du dich auch mit lokalen Lebensmitteln ernährst und Gesundes öfter isst. Wir können hier keinen universellen Rat geben, weil jeder von uns anders ist und anders lebt. Wenn Du eine Shopping-Queen bist, kannst Du von Zeit zu Zeit eine Auszeit nehmen, wenn Du ein Taxifahrer bist, sollst Du vielleicht mal aus der Stadt wegfahren, Dich mehr bewegen und lernen auf die Details, die unseren Konsum und die Umwelt betreffen zu achten. Wir sollen die Erde, den Tempel, in dem wir jetzt alle leben bewahren.

Quellen

Dieser Artikel wurde von Rabbi Dr. Eliezer Shores Kommentar zur Parascha Pekude: „G-d is in the Details“ inspiriert. Mit freundlicher Genehmigung und Kenntnis von Canfei Nesharim.