Fleischkonsum

Wusstest du, dass Fleischkonsum heute eine in mehrfacher Hinsicht äußerst heikle Angelegenheit ist? Die jüdische Tradition, die sehr tiersensibel ist und den Konsum von Fleisch stark einschränkt, macht es Vegetariern einfacher als Fleischessern. Wir fragen deshalb: Ist es nicht Zeit für die Entscheidung, öfter einmal auf das Fleisch zu verzichten?

Kennst du die Antworten auf folgende Fragen?

  1. Wie oft isst man Fleisch in Deutschland?
  2. Wie viel Fleisch hat man noch vor 60 Jahren gegessen?
  3. Wirkt sich das Fleisch essen auf das Klima aus?
  4. Wie lebt eine Kuh im Biobauernhof und wie in der Massentierhaltung?
  5. Was hat der erste Mensch im Garten Eden gegessen?
  6. Lässt sich die koschere Ernährung einfacher vegetarisch und milchig führen?

Antworten weiter lesen:

1. In Deutschland essen die Menschen im Durchschnitt fast täglich Fleisch. 2. Vor 60 Jahren aß man lediglich die Hälfte. 3. Ja, die Viehzucht verursacht mindestens 15 % der Treibhausgasemissionen und ist für massive Waldrodungen weltweit verantwortlich. 4. Auf einem Biobauernhof darf eine Kuh bis zu 12 Kilometern täglich laufen, in einem großen konventionellen Betrieb sind es nur 600 Meter. In einem Biobauernhof wachsen die Tiere nicht so schnell, denn sie werden nicht mit Hormonen gefüttert, weswegen sie auch länger leben. 5. Im Eden aß man vegetarisch, als Beweis ein Zitat aus Bereschit 1:29 «Und Gott sprach: Siehe, ich geb' euch alles Kraut Samen tragend, das auf der Fläche der ganzen Erde, und jeglichen Baum, an welchem Baumfrucht, Samen tragend, euer sei es zum Essen.» 6. Definitiv ist eine koschere Ernährung vegetarisch einfacher als fleischig zu erreichen. Und überhaupt kommen vegane Standards der jüdischen Praxis am nächsten.

Es gibt nur eine Lösung: „Weniger Fleisch auf dem Teller“ schont das Klima.
Sei öko, iss koscher, lebe vegetarisch!

Quellen: WWF
Deutscher Tierschutzbund
http://www.boelw.de/biofrage_11.html

Hier findest du unseren Beitrag über Fleisch

Fleischkonsum

Über unseren Fleischkonsum werden hitzige Debatten geführt. Wissenschaftler und UNO-Spezialisten warnen: Übermäßiger Fleischkonsum schadet der Umwelt. Es mag überraschend klingen, aber die Produktion von Fleisch gehört zu den schwersten Umweltbedrohungen überhaupt. Warum ist das so? Unter anderem, weil bei der Viehzucht eine große Menge an Treibhausgasen entsteht und zum anderen massenhaft Wasser verbraucht wird. Bereits die Herstellung der Tiernahrung weist hohe Kosten auf, so vor allem die dafür notwendige Sojaproduktion – die gleichzeitig einer der Hauptursachen der Urwaldzerstörung darstellt. Die Fleischproduktion verbraucht mehr Energie als die aller anderen Nahrungsprodukte. Auch Wasserknappheit in Südländer gehört zu Folgen unseres Fleischkonsums: Produktion eines Hamburgers verbraucht 2400 Liter Wasser, eine Menge, die nach Berechnungen von Dr. Markus Keller, des Leiters des Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung (Ifane) in Gießen, dem täglichen Wasserbedarf von ca. 1000 Menschen gleicht.

Ein Ei dagegen „kostet“ 200 Liter Wasser, mehr dazu …. Man könnte mit dieser Wassermenge ein Jahr lang täglich duschen. Laut FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) werden 18 Prozent der Treibhausgasemissionen durch Fleischkonsum verursacht. Vor allem die Rindfleischproduktion verursacht enorme Methan- und Treibhausgasemissionen. Aus diesem Grund weisen UN-Direktiven darauf hin, dass unser Fleischkonsum stark eingeschränkt werden sollte. Manche Experten meinen sogar, dass eine Umstellung auf eine vegane Diät (also einer Ernährungsweise, die ausschließlich aus pflanzlichen Produkten besteht und auf jegliche tierische Inhaltsstoffe verzichtet) eine der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen Klimawandel wäre. Die Kette der Zusammenhänge mag nicht sofort auffallen, aber sie ist Umweltschützern längst bekannt. Ein gutes Beispiel dafür ist Soja: Dieses dient oft als Futter für Tiere aus der Massenzucht. Einer der größten Sojahersteller ist Brasilien. Um die Sojawirtschaft zu entwickeln braucht man neuen Ackerboden, und um diesen zu gewinnen, wird der Urwald abgeholzt.

Außerdem werden heute Tiere oft unter sehr bedenklichen Bedingungen gezüchtet und gehalten. Unsere Haltung gegenüber Tieren und unsere Beziehung zu ihnen, äußert sich auch darin, ob und was für Fleisch wir kaufen. Zudem ist es durchaus von Bedeutung, ob wir es täglich essen und wie viel wir davon wegschmeißen.

Manche Theorien besagen, dass die beste Lösung für Juden der Vegetarismus sei und dass die Tora auf der Seite der Vegetarier stehe. Wenn man die Umstände der Trennung von Fleisch und Milch genauer analysiert, die den ganzen Prozess des Essenszubereitung ziemlich kompliziert macht, kann man folgenden Schluss ziehen: Am einfachsten wäre es ganz auf Fleisch zu verzichten. Fromme Fleischesser sind gezwungen, zwei Küchen zu führen – eine einzige Küche die auf milchigen Produkten basiert, ist einfacher und billiger.

Eine vegetarisch-jüdische Bewegung existiert beispielsweise in Nordamerika und einige orthodoxe, sowie konservative und liberale Vertreter des Judentums sprechen sich für einen vegetarischen Lebensstil aus. Manche Rabbiner, wie beispielsweise Rabbi Waskow, vertreten die Meinung, dass der Fleischkonsum im Judentum nicht unproblematisch sei. Ein anderes Beispiel ist Dr. Richard Schwarz, der sich für einen jüdischen Vegetarismus einsetzt. (Hier findest du einen Artikel über Vegetarismus und Tu BiSchwat)

Man muss aber nicht sofort zum Vegetarier werden. Auch kleine Schritte helfen bereits viel, z.B. stellte eine Studie fest, dass der Verzicht eines US-Amerikaners auf Fleisch nur einmal in der Woche effektiver sei als ein ganzer Tag ohne Auto! Außerdem macht uns das ethische Prinzip Tzar Baalei Chaim darauf aufmerksam, wie wir Tiere behandeln sollen: Ohne das Zufügen unnötiger Qualen. Daher ergibt sich für die jüdischen Ökoaktivisten die Frage, ob wir ungerecht erzeugtes Essen und insbesondere Fleisch überhaupt als „koscher“ bezeichnen dürfen. 

Wenn man auf folgende Liste schaut, scheint der Vegetarismus stark unter jüdischen Celebrities, Wissenschaftlern und Künstlern verbreitet zu sein. Berühmte jüdische Vegetarier sind u.a.:
Samuel Agnon
Albert Einstein
Daryl Hannah
Franz Kafka
Isaac Bashevis Singer
Jacques Derrida
Jason Schwartzman
Jonathan Safran Foer (Vegetarier seit dem elften Lebensjahr)
Matisyahu
Michael Bolton
Natalie Portman
Tzipi Livni