Bücher

Juden und Bücher: Das lässt sich nicht trennen. Ein Buch ist aber ein Produkt, für dessen Herstellung, wie bei jeder anderen Sache Rohstoffe benötigt werden: Bäume für Cellulose und Chlor für das Bleichen der Seiten zum Beispiel. Also lass deine Bücher ein langes und bewegtes Leben führen und kaufe- so oft du kannst - Second-Hand-Bücher. Auch die Benutzung von Bibliotheken schont die Wälder.

Eine mögliche Idee: Organisiere eine Bücherbörse in deiner Gemeinde und tausche mit anderen Bücher aus. Das FSC-Siegel macht den Unterschied: Kaufe deshalb Bücher mit diesem Siegel! FSC ist ein Siegel der zur Zertifizierung von Forstwirtschaft und zur Schutz der nachhaltigen Waldnutzung dient.



 

Unser Buch des Monats:
Jeremy Bernstein: „Judaism and Environment“, 2006, Jerusalem

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Bücher

Juden werden manchmal als Menschen des Buches bezeichnet und sind für ihre Vorliebe für das geschriebene Wort bekannt. Ob dies eine klischeehafte Vorstellung ist oder nicht (auf jeden Fall ist es ein positives Klischee), wollen wir hier nicht diskutieren. Unbestritten ist die jüdische Kulturgeschichte reich an Autoren, Journalisten und Akademikern und es gibt inzwischen zwölf jüdische Literatur-Nobelpreisträger. Und nicht zu vergessen: Die Tora ist eines der ältesten Bücher in der Geschichte.

Im Judentum pflegt man einen besonderen Umgang mit der hebräischen Schrift: Man soll die beschriebenen Torarollen, Gebetsbücher und andere liturgische Schriften begraben und nicht einfach wegwerfen (auf diese Weise sind z.B. Maimonides Schriften in der Kairoer Genisa erhalten worden). Das geschriebene Wort und auch Bücher haben im Judentum also einen ganz besonderen Stellenwert.

Was Bücher betrifft widmet man sich normalerweise dem Inhalt, nicht aber dem Buch als Gegenstand an sich. Aber auch diese materielle Seite sollte nicht vergessen werden. Es erscheinen jährlich ca. 90.000 neue Bücher auf dem deutschen Markt.

Ein herausgegebenes Buch kann bis zu 34 Kilogramm an CO2-Emissionen verursachen, wie Tree Hugger, eine amerikanische Öko-Website, berichtet: Ca. 1/3 der Emissionen entstehen beim Schreiben und Entwerfen, ⅓ bei der Papierherstellung und der letzte Teil beim Druck. Ein kleiner Prozentsatz entfällt zudem auf die Transportkosten (etwa 5%).

Bücher sind heute preiswert und für alle zugänglich - ein eigentlich großer Segen der Gegenwart. Aber auch hier besteht wieder das Problem des Überkonsums: Es wird mehr gekauft und ergo produziert, als eigentlich benötigt wird. Auch die neue Ära der E- Books konnte daran bisher nichts ändern, stattdessen steigt die Nachfrage nach dem geschriebenen und gedruckten Wort weiter an.

Zusammenfassend: Ohne Bücher wäre unser Leben heute unvorstellbar und ihr Wert für uns soll auch keineswegs in Frage gestellt werden. Dennoch ist es möglich, den Konsum von Papier einzuschränken, ohne dabei den von Büchern zu verringern:

  1. Benutze Bibliotheken! In Deutschland gibt es über 11.000 Bibliotheken mit 362.000.000 zur Verfügung stehenden Medien.
  2. Denke einmal darüber nach, wie viele deiner Bücher nach einmaligem Lesen in Vergessenheit geraten sind. Vor allem Krimis, leichte Romane oder Ratgeber verschwinden oft in unseren Regalen und stauben ein. Versuche dies zukünftig zu vermeiden, indem du selbst z.B. gebrauchte Bücher kaufst und/oder deine erworbenen nach der Lektüre weitergibst. Internetseiten wie Ebay oder Amazon bieten viele Gebrauchtbücher an und haben zudem den Vorteil, dass du Geld sparen kannst und zugleich umweltfreundlich handelst.
  3. Sortiere, verkaufe und verschenke deine Bücher in regelmäßigen Abständen. Eine Faustregel besagt, dass man wenn man etwas seit mehr als zwei Jahren nicht mehr gebraucht hat, es auch in Zukunft nicht benötigen wird. Ebendies sollte man bereits beim Einkauf im Kopf haben und dementsprechend nachhaltig auswählen.
  4. Gelesene Bücher lassen sich über Internetbörsen tauschen, so z.B. auf http://bookmooch.de Man kann sie zudem in Umsonstläden, bei Oxfam und anderen gemeinnützigen Organisationen abgeben oder auf dem Flohmarkt und in Second-Hand-Läden zum Verkauf anbieten.
  5. Organisiere eine Tauschbörse in deinem Jugend- oder Gemeindezentrum: Wir unterstützen dich gerne bei solch einer Aktion mit Ratschlägen und Tipps.
  6. Achte beim Kauf neuer Bücher darauf, dass sie das FSC-Siegel tragen.

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Einführung in die Ökologische Interpretation des Judentums:

Die Bücher in dieser Sektion enthalten viele Grundlagentexte für alle die Judentums grüne Seite entdecken wollen:

  • R. Arthut Waskow (1995) Down to Earth Judaism, New York Judentum mal aus einer anderen Perspektive.
  • R. Arthur Waskow (2000) (Hg.) Torah of the Earth. Exploring 4,000 Years of Ecology in Jewish Thought Teil 1&2, Woodstock.Eine Textsammlung über Ökologie in der jüdischen Tradition.
  • Jeremy Benstein (2001) The Way into Judaism and the Environment Woodstock. Eine Antwort darauf, was jüdischer Ökologismus heißen könnte.

Allgemein für Einsteiger

  • Michael Baumgart, William McDonough (2005) Einfach intelligent produzieren: Cradle to cradle: Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können. Gebrauchsanweisungen für das 21. Jahrhundert. Berlin. Einführung in eine neue Produktionsweise der Dinge, die keinen Müll erzeugen würde.
  • Colin Beavan (2010) Barfuß in Manhattan: Mein ökologisch korrektes Abenteuer Köln.Ein Buch (es gibt auch einen gleichnamigen Film) über eine amerikanische Familie aus Manhattan, dieein Jahr lang versucht, so klimaneutral und umweltfreundlich wie nur möglich zu leben. Lustig, rührend und spannend
  • Rachel Botsman and Roo Rogers (2011) What is Mine is yours. LondonEine spannende Einführung in die Welt des gemeinschaftlichen Konsums. Sehr inspirierend und erfrischend.
  • Leo Hickmann (2006) Fast nackt. Mein abenteuerlicher Versuch ethisch korrekt zu Leben München und Zürich Darin berichtet ein englischer Journalist und Familienvater über sein ökologisch bewusst gelebtes Jahr. Lustig und zugleich informativ.
  • Annie Leonard (2010) The Story of Stuff. Wie wird unsere Erde zumüllen Berlin.Ein Klassiker über die Herstellung unserer Alltagsgenstände und darüber, welchen Einfluss diese auf die Umwelt haben. Spannend und einfach geschrieben. Auf der dazugehörigen Internetseite www.storyofstuff.com finden sich zahlreiche Materialien und Filme, darunter Unterrichtsmaterialien für jüdische Schüler.

Filme

Taste the waste Film von Valntin Thun

Unbequeme Wahrheit Film von Al Gore

Plastic Planet Plastik Film von

Kaufen auf die Müllhalde – eine Dokumentation von Arte France, darüber wie unsere Ressourcen verschwendet werden.