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  • Jews Go Green sind eingezogen!

    Wir werden heute mit Information zu Klimawechsel und ökologischen Bedrohungen überschwemmt. Welchen Einfluss wir selbst auf die Umwelt haben und wie wir diesen auf ein Minimum reduzieren können, wird aber seltener diskutiert. Deshalb haben wir das virtuelle Haus entworfen: Hier findest du viele Infos über Alltagsbereiche, die sich umweltfreundlicher gestalten lassen, so dass du dir ein Bild über die Beziehung zwischen unserem Leben, gelebten Judentum und diversen Umweltproblemzonen machen kannst. Wir schlagen dir einige Alternativen vor, predigen aber nicht. Wir versuchen, das Judentum mit einem umweltbewussten Lebensstil zu verbinden. Natürlich kann niemand von uns allein die globalen CO2-Emissionen reduzieren oder den Urwald retten. Wir wollen auch das Leben der jüdischen Gemeinden in Deutschland nicht um 180 Grad drehen. Auf die gegenwärtigen Herausforderungen können wir jedoch mit einem Zitat aus Pirkei Avot antworten: Rabbi Tryphon pflegte zu sagen: „Zwar ist es nicht deine Sache, die Arbeit zu vollenden, doch darfst du dich ihrer auch nicht einfach entledigen.“ (Pirkei Avot - Sprüche der Väter 2:21) Die jüdischen Prinzipien machen uns immer darauf aufmerksam, dass man bei sich selbst anfangen soll: Tacheles – das Handeln im Alltag ist das, worauf es ankommt.
  • Plastiktüten

    Dass Plastiktüten ein großes Umweltproblem darstellen, weiß inzwischen fast jeder. Aber wusstest du auch, dass jährlich 500 Milliarden Stück Plastiktüten weltweit produziert werden!? Manche vermuten, dass es vielleicht sogar doppelt so viel sind. So berichtet es die Website „Reuse it“. Es werden somit mindestens eine Million Plastiktüten pro Minute hergestellt. Es dauert 500 Jahre, bis sich eine solche Tüte wieder vollständig zersetzt hat. Nur drei bis fünf Prozent der Plastiktüten werden recycelt, da es hundertmal teurer ist, die Tüten zu recyceln als zu produzieren. Laut Greenpeace verbraucht jeder EU-Bürger 500 Plastiktüten jährlich. Was du dagegen tun kannst? Versuche doch mal, eine Woche keine Plastiktüten zu verwenden.
  • Möbel

    Bei uns allen stehen einige Bäume in den Wohnräumen: Das Neujahr der Bäume und Pflanzen, Tu BiSchwat, kann uns Anlass sein, unseren Umgang mit Holz und Papier zu überdenken. Beim Kauf neuer Möbel denkt man wenig an den Zusammenhang solcher Faktoren wie etwa: Design, Möbel, Holz und Umweltschutz. Aber die größten Dinge zählen auch zu den größten Problemen. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Sanierungen und Bauarbeiten - das macht man aber relativ selten.
  • Textilien

    Wir verbringen ca. ein Drittel unseres Lebens im Bett und deshalb ist es besonders wichtig, dass wir hier auf gute Materialien achten. Vergiss nicht, dass es im Judentum die Regel Pikuach Nefesch gibt, die besagt das wir unseren Körper und unsere Gesundheit besonders pflegen sollen. Das gilt auch für deinen Schlaf. Um Möbel herzustellen, braucht es nicht nur Holz, sondern oft auch Kunststoff und Baumwolle. Versuche, Kunststoffe zu meiden und erkundige dich nach Baumwolle und unschädlichen Textilien. Ein einfacher Ratschlag: Verlasse dich auf deine Nase. Sachen die viel zu intensiv riechen, sind verdächtig.
  • Elektrogeräte

    Tipps zum Energiesparen findest du im Abschnitt über Elektrizität. Hier wollen wir ökologische Elektrogeräte besprechen. Was hat Ökologie mit Elektrogeräten zu tun, abgesehen vom Energieverbrauch? Der Knackpunkt ist der Ressourcenverbrauch und die Herstellung. Und hinterher entsteht das ganze Problem des Recyclings. Sehr oft wissen wir nicht, was mit Elektrogeräte nach dem Entsorgung passiert. Wusstest du, dass nur 20% der Elektrogeräte recycelt werden? Viele Geräte werden unter fragwürdigen Umständen hergestellt. Es gibt Gold in deinem Handy: Jährlich werden 2 500 Tonnen Gold gefördert, davon landen 300 Tonnen in Handys.
  • Küche

    Die Küche ist einer der wichtigsten Orte in fast jedem jüdischen Haushalt. Der jüdische Lebensstil „dreht sich“ in vielerlei Hinsicht um das Essen, denn in einem koscheren Haushalt gilt es einiges einzuhalten: Milch und Fleisch trennt man streng voneinander, zusätzlich sollte man bereits beim Einkauf aufmerksam sein und jene Produkte meiden, die nicht koschere Zusätze enthalten. Man sollte sich die Lebensmittel besorgen, die einen Koscherstempel haben oder von Rabbiner überprüft wurden.
  • Fleischkonsum

    Wusstest du, dass Fleischkonsum heute eine in mehrfacher Hinsicht äußerst heikle Angelegenheit ist? Die jüdische Tradition, die sehr tiersensibel ist und den Konsum von Fleisch stark einschränkt, macht es Vegetariern einfacher als Fleischessern. Wir fragen deshalb: Ist es nicht Zeit für die Entscheidung, öfter einmal auf das Fleisch zu verzichten? Kennst du die Antworten auf folgende Fragen? Wie oft isst man Fleisch in Deutschland? Wie viel Fleisch hat man noch vor 60 Jahren gegessen? Wirkt sich das Fleisch essen auf das Klima aus? Wie lebt eine Kuh im Biobauernhof und wie in der Massentierhaltung? Was hat der erste Mensch im Garten Eden gegessen? Lässt sich die koschere Ernährung einfacher vegetarisch und milchig führen?
  • Milch

    Kaufe Bio-Milch. Das ist besser für die Tiere und besser für dich. Biomilch enthält mindestens 60% mehr Omega-3-Fettsäuren als konventionelle Milch und zudem mehr Vitamin A und E. Hinzu kommt, dass Milch aus biologischer Herstellung weniger Allergien verursacht. Wichtig ist aber auch die bessere Behandlung der Tiere auf vielen Bio-Bauernhöfen. Biologische Tierhaltung ist nicht nur gesünder, sie nimmt auch mehr Rücksicht auf die Tiere. Damit ist sie gerechter für Tiere, Umwelt und Menschen.
  • Fisch

    Im Judentum isst man relativ viel Fisch: Gefilte Fisch, Lachs, Hering usw. Denn schließlich ist er parve und somit ein unkompliziertes Nahrungsmittel im Kontext einer koscheren Lebensführung. Dennoch sollte man darauf achten, woher er stammt. Die Fischproduktion ist längst nicht mehr nachhaltig und aufgrund der großen Nachfrage sind die Meere schon seit längerem überfischt. Es gibt aber Wege um die fortschreitende Überfischung aufzuhalten: Die Liste des WWF kann beim Einkauf helfen und ebenso sollte auf das Siegel der nachhaltigen Fischproduktion geachtet werden. Die Probleme der nicht ausgewogenen Fischproduktion und der überfischten Meere sind weithin bekannt. Hoffnung macht dabei, dass in Europa der Trend mehr und mehr zum Öko-Fisch tendiert: 88% der Europäer wünschen sich einen nachhaltig gezüchteten Fisch auf ihrem Teller.
  • Bücher

    Juden und Bücher: Das lässt sich nicht trennen. Ein Buch ist aber ein Produkt, für dessen Herstellung, wie bei jeder anderen Sache Rohstoffe benötigt werden: Bäume für Cellulose und Chlor für das Bleichen der Seiten zum Beispiel. Also lass deine Bücher ein langes und bewegtes Leben führen und kaufe- so oft du kannst - Second-Hand-Bücher. Auch die Benutzung von Bibliotheken schont die Wälder. Eine mögliche Idee: Organisiere eine Bücherbörse in deiner Gemeinde und tausche mit anderen Bücher aus. Das FSC-Siegel macht den Unterschied: Kaufe deshalb Bücher mit diesem Siegel! FSC ist ein Siegel der zur Zertifizierung von Forstwirtschaft und zur Schutz der nachhaltigen Waldnutzung dient.
  • Essensverschwendung

    Wir erinnern immer wieder an Baal Taschchit, das Verbot des unnötigen Verschwendens. Dem zufolge ist es untersagt, Dinge unnötig zu verschwenden und wegzuschmeißen. Ein Gebot, das aus Zeiten stammt, in denen Essen teuer und wichtig [ist es heute nicht mehr wichtig?] war. Die Quelle des Verbotes betrifft die Obstbäume, denn es war verboten diese in der Zeit des Krieges zu fällen. (Levit…). Baal Taschchit ist neben Tikkun Olam der wichtigste Ansporn, um eine jüdische Ökologie zu entwickeln (5. Buch Moses (20,21)) „Wenn du eine Stadt für lange Zeit belagerst, so sollst du die Bäume um sie herum nicht zerstören (Baal Taschchit ), indem du die Axt gegen sie schwingst, sondern sollst nur von ihnen essen, sie selbst aber nicht umhauen.
  • Flaschenwasser

    Der Markt für sogenanntes „Mineralwasser“ boomt: Ein Produkt, mit dem vor fünfzig Jahren noch niemand Geld hätte verdienen können, findet reißenden Absatz. Flaschenwasser ist eine geniale Marketingidee. Es ist ein wenig wie Luft verkaufen, denn sauberes Trinkwasser ist ein Gemeingut. Wenn wir Flaschenwasser kaufen, zahlen wir für einen Liter Wasser, das normalerweise fast nichts kostet, über 100-mal mehr, dabei verursachen wir tonnenweise Müll und verschmutzen die Luft durch den Transport und die Produktion der Flaschen. Dies verweist uns auf ein tieferes Problem in unserem Gesellschaft – die Verpackung: Wir halten die Produkte lediglich ein paar Minuten in der Hand, danach werden sie zu Müll, für Jahrtausende. Also sei cool – trinke Leitungswasser.
  • Haushaltspapier

    Wir haben eine besondere Verbindung zu Bäumen: Tu BiSchwat Feier, Baal Taschchit – Das Verbot jeglicher sinnloser Verschwendung ist auf das biblische Mitgefühl für die Bäume zurückzuführen. Aber was kann für die Wälder noch getan werden, außer Tu BiSchwat zu feiern? Täglich schwimmen wir in einem Ozean aus Papier – und das nicht nur in Büro-Jobs. Es sind Bücher, Zeitungen, Flyer, Broschüren, Werbung, Verpackungen: Papier gilt als eine harmlose Alternative für Plastik, aber die Grenzen des nachhaltigen Papierverbrauchs sind längst überschritten. Wir benutzen große Mengen Papier auch im Haushalt, als Toilettenpapier, Haushaltstücher etc.
  • Chemikalien und Waschen

    Chemikalien tauchen überall in unserem Haushalt auf: Im Essen sind sie genauso vorhanden wie in Plastikprodukten. Beim Hausputz z.B. vor Schabbat und Pessach, hat man vielfach eine Chemikalieninvasion zu Hause. Die Reinigungsprodukte können giftig sein, deshalb verwende sie in deinem Haushalt sparsam und umsichtig. Bei chemischen Waschmitteln gilt die Regel: Je weniger, desto besser für Dich und für die Umwelt.
  • Waschen

    Wäschewaschen ist kein besonders anregendes Thema, aber wir alle müssen es machen. Dabei können wir Energie und Wasser sparen, sowie die Mengen der Chemikalien einschränken.
  • Wäsche trocknen

    Wir leben weder in den Tropen noch auf Grönland: In Deutschland kann man locker ohne einen Wäschetrockner auskommen,. Also schalte deinen Trockner für immer aus. Das Lufttrocknen kostet 0 Cent. In der Zukunft: kaufe keinen Wäschetrockner! Wenn du schon einen unbedingt brauchst, dann sind die Kondenstrockner natürlich eher die "bösen". Die Wärmepumpentrockner bitten eine bessere Alternative.

  • Recycling

    „Wiederverwertung“, „Wiederaufbereitung“ oder Recyceln bezeichnet einen Vorgang, bei dem aus gebrauchten, defekten, veralteten oder aus anderen Gründen nicht mehr benötigten Produkten (meist Abfall) ein Sekundärrohstoff gewonnen wird. Recycling ist sehr wichtig, sonst würden wir viel mehr Energie verbrauchen, um diese Stoffe neu zu produzieren. Wir trennen den Müll, aber leider werden viele Produkte nie wiederverwertet, weil dies bei vielen Sorten von Verpackung und Elektrogeräten viel zu kompliziert ist. Am besten wäre es, wenn wir gar keine Abfälle produzieren würden. Also Reduce, Reuse und erst dann Recycle!
  • Fahrrad oder Auto?

    Fahrrad! Fahrrad ist das ökologischste Fortbewegungsmittel - nach unseren eigenen Füßen. Damit kriegen wir zwei Torten gleichzeitig gebacken: Wir bewegen uns, was wichtig ist, wenn wir den ganzen Tag im Büro, in der Uni oder Schule sitzen. Und es macht Spaß, ist billig, und klimaneutral. In den USA machen jüdische Organisationen bereits Fahrradausflüge, wieso sollen wir in Deutschland nicht diesem Beispiel folgen? Besuche unsere Seite und schaue nach Fahrradausflügen von Jews Go Green!
  • Duschen oder Baden?

    Definitiv duschen! Aber nicht länger als fünf Minuten, eine Stunde Duschen ist nicht besonders wassersparend und macht auch nicht sauberer. Baden verbraucht im Vergleich zu dem sparsameren Duschen dreimal mehr Wasser. Er wird häufig behauptet, dass Wassersparen in Deutschland keinen Sinn hat und beispielswese dazu führt, dass die Wasserleitungen verkeimen können. Gegenüber der Wochenzeitung Die Zeit betont jedoch Professor Eric Gawel, Direktor des Instituts für Infrastruktur- und Ressourcenmanagement der Universität Leipzig, dass Brandenburg und Sachsen-Anhalt in Deutschland bereits eine negative Wasserbilanz haben. Es gibt hier zwar viel Wasser, aber wir dürfen nicht 100% davon verbrauchen, sondern nur 20%. Durch einen normalen Duschkopf fließen 20 Liter Wasser pro Minute.
  • Licht und Energie

    Ökologisches Leben ist immer eine Bereicherung: Es kann zum einen Bares bedeuten (Geldsparen und Ressourcenschonen gehen oft Hand im Hand), und zum Anderen eine Verbesserung des Lebensqualität. In vielen Haushalten wird viel Energie verschwendet: Internet, Musik, Filme, Kochen - fast alles in unserem Alltag braucht Strom. Nach der Nutzung schalten viele Geräte in den Standby-Modus. Hier können Sparmaßnahmen ansetzen: Eine vierköpfige Familie kann damit jährlich etwa 250 Euro einsparen. Also: Schalte deine Elektrogeräte aus, wann immer wenn du das Haus verlässt. Im Standby-Modus verbrauchen sie relativ viel Energie. Schalte das Licht aus und verwende Energiesparlampen. Ziehe den Stecker, wenn du weggehst oder verreist. Vergiss nicht, deine Ladegeräte aus der Steckdose zu ziehen.
  • Reisen

    Wie schaut ein Klimakiller-Reiseszenario aus? Der Klimakiller-Tourist sitzt irgendwo weit im Ausland in seiner Hotelhochburg aus Beton, daneben liegt der Strand, an dem er sich bei 40 Grad Hitze mit dem Nachbarn um den Sonnenschirm schlagen muss, dabei weiß er nicht einmal wirklich, in welchem Land er nun eigentlich ist.
    Wie schaut das Szenario eines umweltgerechten Urlaubs aus? Die „Gerechten“ fahren mit der Bahn auf den Bio-Bauernhof. Zwischen diesen beiden Szenarien gibt es viele andere Möglichkeiten.